Mitte der 1960er, nach dem man Baumaterial für die Autobahn - A6 förderte, entsandt der Walldorfer Waldsee im Hocholzer Wald.


Die Kiesgrube füllte sich schon bald mit Grundwasser und bildete das was wir so lieben, unseren Angelsee. Mit einer Wasserfläche von rund 3,9 ha und einer Tiefe von bis zu 12 m, bietet er ausreichend Platz für Fische, Wasservögel und Amphibien. Passionierte Angler wie uns interessieren natürlich in erste Linie die Fische.

Zum Grundbesatz zählen:Seeidylle 1966
Aal
Brassen
Hecht
Karpfen, Schuppen-, und Spiegelkarpfen
Rotauge
Rotfeder
Schleie
 
Außerdem:
BarschHochholz Nordufer
Graskarpfen
Forelle

Sonnenbarsch
Stör
Wels

Zander


Durch seine Bodenstruktur und seine Uferbeschaffenheit bietet uns der See viele Möglichkeiten unserem Hobby nach zugehen. Ob vom Sandstrand aus, versteckt hinter dem Schilf, im Wald oder auf einem der 3 Stege. Am flachen Südufer, wo sich gerne die Karpfen tummeln oder in den Tiefen des Nordufers wo man gern mal den Forellen nachstellt, hier findet jeder das passende.

Angeln in Walldorf -
Pachtgewässer des Angelsportverein 1966 Walldorf seit Mai 1968
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Quelle: Walldorfer Rundschau

Angelsportverein Walldorf pachtet Fischwasser im Hochholz
Aus einem Baggerloch wurde der Waldsee

Schon vor Jahren hörte man davon, dass eine Autobahn nach Sinsheim geplant sei, die irgendwo zwischen der Gemarkungsgrenze Walldorf-Rot trassiert werden solle. Niemand glaubte so recht an eine baldige Verwirklichung dieses Planes, bis vor etwa 5 Jahren in dem alten Waldbestand am "Grenzgraben" die ersten Vermessungspfähle als Zeichen baldigen Baubeginns auftauchten.

Januar 2009Nun war es für ein Jahr vorbei mit der ehrwürdigen Ruhe unter hundertjährigen Eichen und breitästigen Buchen. Die Motorsägen schlugen eine breite Schneise längs des Grenzgrabens, und der Bau der neuen Autobahn konnte beginnen. Für den Untergrund waren ungeheure Mengen Kies notwendig, den man in der Nähe der Baustelle zu gewinnen trachtete. Versuchsbohrungen im Hochholz ergaben ein günstiges Ergebnis, so dass die Stadt Walldorf die Kiesausbeute an das Autobahnamt verkaufen konnte.

Auf einer 6 ha großen Fläche im Distrikt "Gablache" wurde der Wald geschlagen und mit modernsten Maschinen wurde zunächst der Mutterboden beiseite geschafft und dann der Kies gefördert. Nach 3-4 m Tiefe erreichte man das Grundwasser; Schwimmbagger förderten dann weiter Kies bis zu einer Tiefe von 18-20 m.

Wie eine offene Wunde im altgewohnten Landschaftsbild muteten die tristen Kiesberge und der Maschinenpark im einst so stillen Hochholz an. Nachdem die Kiesausbeute abgeschlossen war, änderte sich dieser Eindruck aber bald. Das Autobahnamt plante in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtbauamt die Umwandlung des öden Kieslochs in einen natürlichen Waldsee, der eine Bereicherung des Landschaftsbildes mit sich bringen sollte. Dieser Versuch darf schon heute als gelungen bezeichnet werden.

An dem neu entstandenen See trafen sich immer wieder Leute aus Walldorf, die sich auch vom Fischen am Rhein und Neckar kannten und was lag näher, als darüber zu fachsimpeln, was für ein schönes Fischwasser sich da einrichten ließe. Diese losen Zusammenkünfte drängten nach einem festen Zusammenschluss aller am Sportfischen Interessierter, denn man erkannte, dass nur dadurch das zunächst noch in weiter Ferne liegende Ziel, Walldorfer Bürgern die Ausübung des Angelsports zu ermöglichen, erreicht werden konnte.
Januar 2009 So kam es zur Gründungsversammlung des Angelsportvereins Walldorf am 13. April 1966, an der 43 Personen anwesend waren. Alle waren sich klar darüber, dass der Verein auf längere Zeit hin seinen Mitgliedern nur Arbeiten zur Verbesserung des künftigen Fischwassers und finanzielle Belastungen bringen würde. Das wurde aber im Hinblick auf das gesteckte Ziel gerne in Kauf genommen. So konnten z. B. im Oktober 1966 in Leimen Rotaugen und Rotfedern von unseren Sportfischern gefangen werden, die anschließend alle im Waldsee eingesetzt wurden. Auch die Stadt sorgte dankenswerterweise für einen guten Erstbesatz von Karpfen und Aalen. Die Fütterung der Fische übernahmen ehrenamtlich zwei Vereinsmitglieder, die bei jedem Wetter zuverlässig ihren Dienst versahen.

Ein weiteres Ziel der Vereinsarbeit war die theoretische Grundausbildung der Sportfischer. Nach Ablegung der Sportfischerprüfung konnten 43 Prüfungsteilnehmer das Sportfischerdiplom in Empfang nehmen. Außerdem hat der Verein dem Landesfischereiverband zwei Sportfischer zur Ausbildung als Gewässerwart gemeldet. Diese werden als Experten dem Verein in allen Fragen der Gewässerbewirtschaftung zur Verfügung stehen. Auch auf sportlichem Sektor konnte der junge Verein schon Ehren einheimsen. In Oftersheim gewann eine Mannschaft im Preisfischen den Wanderpokal der 7 Haardt-Gemeinden und in Leimen konnte ein Vereinsmitglied in einem großen Teilnehmerfeld den 1. Platz erringen.

Leider blieb uns auch ein schwerer Schicksalsschlag nicht erspart: der Vorsitzende und Gründer unseres Vereins, Herr Gerlinger, wurde uns durch einen plötzlichen Tod entrissen. Er wird uns stets in ehrenvoller Erinnerung bleiben.

Juli 2008Im Mai 1968 konnte der Verein ein Hauptziel seiner Arbeit erreichen: Es kam zum Abschluss des Fischereipachtvertrags zwischen der Stadt Walldorf und dem Angelsportverein. Der Verein kann 1969 mit dem ersten Anangeln beginnen. Dieser Zeitpunkt ist sicher ein Höhepunkt in der kurzen, aber doch recht lebhaften Vereinsgeschichte. In diesem Zusammenhang muss auch der Stadt Dank und Anerkennung ausgesprochen werden für ihre Haltung in der Pachtfrage, und der Verein wird das in ihn gesetzte Vertrauen sicher in der Zukunft rechtfertigen.

Alles in allem ist der Waldsee ein gut gelungenes Werk, das nicht nur der Freude der Sportfischer dient, sondern auch Ziel der Spaziergänge vieler Walldorfer ist. Vieles ist für den stillen Beobachter der Natur zu sehen, wie Rohrkolben, Sumpflilien und Binsen als Vertreter der sich neu ansiedelnden Wasser- und Uferpflanzen. Besonders zu erwähnen sind die Enten. Mit vielen Rentnern und Kindern haben sie schon Freundschaft geschlossen bei der täglichen Fütterung. Ruhebänke laden zum stillen Verweilen ein, das manchmal schon vom Ruf einer Blessralle unterbrochen wird. Eine neue Lebensgemeinschaft von Wasserpflanzen und Wassertieren ist entstanden, und alle, Sportfischer und Bevölkerung, werden mithelfen, dass sie in Zukunft zur Freude, Erholung und lebendiger Anschauung des Menschen gedeiht.

 

Badeverbot für den Waldsee im Hochholz

Für den Waldsee im Hochholz besteht seit 1986 ein Badeverbot für Personen und Hunde. Im gesamten Uferbereich von der Wasserlinie bis zur Böschungsoberkante ist weiterhin das Lagern und Laufenlassen von Hunden untersagt. Aufgrund der heißen Witterung der letzten Tage häufen sich die Verstöße gegen die geltenden Bestimmungen, insbesondere viele Hundehalter lassen Ihre Hunde im See baden. Die Verwaltung appelliert an die Vernunft der Spaziergänger und Hundehalter, sich an die bestehenden Verbote zu halten. Zuwiderhandlungen stellen eine Ordnungswidrigkeit da und werden mit Geldbuße geahndet.

Quelle: Amtliche Bekanntmachung aus der Walldorfer Rundschau vom 17. August 2013

 


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